

101-14 Millardet et de Grasset, 101-14 Mgt
Fand bisher in Deutschland bis auf wenige frühe Versuche (Dümmler) so gut wie keine Verwendung. Am meisten anzutreffen ist sie in Frankreich an der Gironde und im Loiretal, auch in Italien etwas verbreitet. In den USA besonders in Kalifornien stärker verwendet unter der Bezeichnung “one-o-one-fourteen” und wird dort als ‘low vigour rootstock’, also als schwachwüchsigere Unterlage eingestuft.
Herkunft
Entstammt einer von Alexis Millardet im Jahre 1882 durchgeführten Kreuzungsreihe (101) wo V. Rupestris als Vater- und V. Riparia als Muttersorte fungierten. Hieraus erhielt er 21 Sämlinge deren Nachkommen bis 1892 als Mischsatz weitervermehrt wurden. Daraus selektionierte P. Gervais dann im Jahre 1893 die 101-14, die sich als beste Unterlage dieser Kreuzungsreihe erwies.
Merkmale
Geschlossene bis halboffene Triebspitze, hellgrüne Färbung, auf der Oberseite kahl, Unterseite mit Wollbehaarung. Junge Blätter leicht kupferfarben, auf der Blattoberseite kahl, unterseitig leichte Behaarung an den Adern. Ausgewachsenes Blatt mittelgroß bis groß, herzförmig, glatt, matt, gelblichgrün, leicht wellig mit angedeuteter Dreilappung. Blattzahnung spitzbogig, mittelgroß. Blattrand oben und unten glatt, blattunterseitig Hauptadern behaart mit Borstenbüscheln an den Kreuzungsstellen. Weit geöffnete U-förmige Stielbucht mit geradlinigen oder leicht konkaven Rändern; Blattstiele rot, gerippt, leicht behaart. Weibliche Blüte entwickelt kleine Trauben mit schwarzen, rundlichen Beeren. Triebe glatt, unbehaart, gerieft mit rotvioletter Färbung und relativ kurzen Internodien, frühzeitiger Blattfall. Reifes Holz mit kurzen Internodien, meist unter 15 cm, Knoten dunkelviolett, stehen kaum hervor, Rinde gelborange-rötlich bis silbrig-zinnoberrot.
Eigenschaften
Unterlage mit mittlerer Wüchsigkeit, für lehmige und nicht zu schwere, besonders aber für leicht erwärmbare tiefgründige und humose Böden geeignet. Kalkverträglichkeit etwas besser als 3309 C, ca. 9-10 %. Kompakte Böden sind zu meiden. Besondere Eigenschaft der 101-14 ist ihre kurze Vegetationszeit. Sie verliert sehr früh ihre Blätter, noch weit vor der 3309 C, was die frühe Holzausreife fördert und ihren Anbau auch in klimatisch kühleren Regionen mit kürzeren Vegetationszyklen ermöglicht. Ihr früher Vegetationsabschluß macht sie weiterhin interessant als Pfropfpartner für Rotweinsorten in den gemäßigten Klimazonen. Im Schnittgarten zeigt sie sich anfälliger gegen Oidium als die anderen Unterlagensorten, was ggf. zusätzliche Behandlungsmaßnahmen erfordert (Dümmler/Galet).
Eintragung beantragt für die Klone:
- 101-14 Millardet et de Grasset Klon 3 Gm
- 101-14 Millardet et de Grasset Klon 8 Gm
Galet beschreibt sie als etwas kräftiger im Wuchs als die Riparia Gloire de Montpellier. In der Gironde oder im Loiretal hat sie im qualitätsorientierten Weinbau auf leicht kalkhaltigen Böden die Riparia Gloire verdrängt, zwecks Erreichung höherer Qualitäten durch früheren Reifebeginn wodurch eine bessere Auisreifung der Trauben erreicht werden kann.
Am besten gedeiht sie auf tonhaltigen Böden, besonders auf feuchten Standorten die nur langsam abtrocknen. Auf steinigen, trockenen und kompakten Böden hingegen zeigt sie nur einen mittelmäßigen Wuchs. Die 101-14 ergibt kräftige Rebstämme und bildet ein sehr feines, weit verzweigtes Wurzelsystem aus, welches dem der Riparia sehr ähnelt. Auf tiefgründigen, fetten Böden ist die Wuchskraft immer stärker als bei V. Riparia, und Veredlungen mit ihr ergeben stets sehr gute Ergebnisse. Die Reblaustoleranz ist als sehr gut zu bezeichnen, es zeigen sich jedoch am Blatt meist schon früh zahlreiche Reblausgallen.
Die 101-14 verliert im Herbst schon früh ihre Blätter, noch weit vor der 3309 C. Dies erlaubt eine frühe Holzausreife was sich als Vorteil erweist in Situationen wo später ausreifende Unterlagssorten keine befriedigende Holzqualität erbringen können. Dümmler beobachtete bei der 101-14 eine erhöhte Anfälligkeit auf Oidiumbefall am Holz was zu schlechteren Anwuchsprozenten in der Rebschule geführt hatte.
Verbreitung
Frankreich: Pyrénées Orientales, Gironde, Aude, Hérault, Loir-et-Cher, Maine-et-Loire, Saône-et-Loire, Nièvre
USA: Kalifornien
Südafrika
Italien: sehr wenig verbreitet


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