

1103 Paulsen
Federico Paulsen war der erste Direktor der Staatlichen Rebveredlungsstation für Amerika- nerreben - 'Vivaio Governativo di Viti Americane' - in Palermo, Sizilien von 1885 bis 1937.
Er schuf ab dem Jahre 1892 zahlreiche Unterlagenkreuzungen vornehmlich mit Berlandieri x Rupestris, die er in folgende 3 Kreuzungsserien aufteilte:
1. V. Berlandieri Résséguier N° 2 x V. Rupestris du Lot: mit den Unternummern: 737, 764, 767, 769, 770, 771, 775, 779, 781, 782, 1094, 1101, 1103, 1167, 1176, 1742
2. V. Berlandieri x V. Rupestris Martin: mit den Unternummern: 1381, 1437, 1447
3. V. Berlandieri Résséguier N° 2 x V. Rupestris métallique: mit Nummern: 1835, 1837
Von diesen wurden in Frankreich die Paulsen 1103 und Paulsen 1447 in die Sortenliste eingetragen, zum Anbau gelangte allerdings nur die P. 1103. In Italien sind eingetragen und zugelassen die Paulsen 775, 779, 1103 und die 1447, die dort auch kultiviert und verwendet werden, das gleiche gilt für Tunesien.
Herkunft
Die Paulsen 1103 wurde im Jahre 1896 gekreuzt und erste Versuchsfelder wurden in Sizilien erstellt. Von da ausgehend eroberte sie ganz Süditalien und wurde wenig später auch nach Tunesien eingeführt, wo sie durch ihre starke Wuchskraft und ihre besondere Eignung für tiefgründige, humide, tonige Kalkböden auffiel. Nach 1945 wurden Pflanzungen mit 1103 P und Ruggeri 140 in Algerien erstellt, vor allem auf den leicht salzhaltigen Böden der Region Oranie schien sie gut zu gedeihen. Auf ärmeren, leichten und trockenen Böden hatte sich P. 1103 dort als kalkwiderstandsfähiger gezeigt als z.B. die Richter 110. Auf den typischen Kalkböden der Champagne (> 35 % Aktivkalk) erzielte sie jedoch schlechtere Ergebnisse als 41 B und 110 R und erbrachte auch deutlich geringere Erträge als z.B. 161-49 C, SO 4, 34 E.M. 420 A oder Phénix. In Frankreich wird ihre Kalkverträglichkeit stärker eingegrenzt (Methode Drouineau-Galet). Sie wird hier als tauglich eingestuft für Böden mit nicht mehr als 17 - 18 % freien Aktivkalkgehalt. Die Reblausfestigkeit wird als gut bezeichnet, die Blätter sind jedoch sensibel auf Blattgallbefall. Die Trockentoleranz der 1103 Paulsen wird als erhöht bezeichnet, sie reagiert allerdings auf staunassen Böden mit den typischen Chlorose-symptomen. Erste Schnittgärten in Frankreich wurden nach 1960 angelegt speziell auf Nachfrage ehemaliger Kolonisten aus Algerien. Die Anbaufläche für 1103 Paulsen wurde danach in Frankreich rasch erweitert. Sie wurde auch erhaltungszüchterisch bearbeitet mittels systematischer Klonenselektion, sodaß 12 Klone in Frankreich eingetragen werden konnten, wovon am stärksten verbreitet sind die Klone 113 und 112.
Verbreitung
vornehmlich im Mittelmeerraum
Frankreich: besonders im Süden, Spanien, Italien (Süden), Algerien, Griechenland
Ampelographie
Triebspitze spinnwebartig behaart, weißlich-rosafarben; junge Blätter glatt, glänzend, bronziert; ausgewachsenes Blatt klein, nierenförmig (025-2-23), tiefdunkelgrün, grau behaart, an den Rändern leicht eingerollt; offene u-förmige Stielbucht mit randständigen Blattadern; mittelgroße spitzbogig geformte Blattrandzahnung; Blattadern rötlich-violett gefärbt, flaumartig behaart, an der Blattunterseite glatt;
Blüte männlich, immer steril;
Trieb am oberen Ende leicht spinnwebartig behaart, gerieft (gerippt), ins Violette gehend, rötlich-violette Knoten, flaumartig behaart; Ranken rötlich gefärbt, klein, feingliedrig; verholzter Trieb gerieft (gerippt), schokoladenbraun, leichte Flaumbehaarung an den Nodien, Internodien mittellang; Knospen klein, spitz.
Beim Bundessortenamt angemeldete Klone:
- 1103 Paulsen Klon 92 Gm
- 1103 Paulsen Klon 94 Gm


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